Farbe, Geruch, Kornstruktur oder Gesamteindruck geben einen ersten Eindruck vom Produkt. Gerade bei Agrarprodukten, die in großen Mengen gehandelt werden, reicht dieser erste Eindruck allein jedoch nicht aus, um die tatsächliche Qualität zu verstehen.

Denn dass ein Produkt von außen gut aussieht, bedeutet nicht, dass es alle Qualitätskriterien erfüllt.

Das Aussehen ist wichtig, aber nicht ausreichend

Bei Getreide, Hülsenfrüchten, Ölsaaten oder anderen Agrarprodukten ist das äußere Erscheinungsbild ein wichtiges Bewertungskriterium.

Bruchkornanteil, Verfärbungen, Fremdbesatz, Schädlingsbefall oder Anzeichen von Verderb können wichtige Hinweise auf das Produkt geben.

Manche Qualitätsmerkmale sind jedoch mit bloßem Auge nicht erkennbar.

Für Parameter wie Feuchtigkeit, Protein, Fett, mikrobiologischen Zustand oder bestimmte Rückstände kann eine Analyse nötig sein.

Dasselbe Produkt kann unterschiedliche Qualitäten haben

Auch wenn ein Produkt denselben Namen trägt, müssen seine Handelseigenschaften nicht gleich sein.

So kann sich dasselbe Produkt aus zwei verschiedenen Quellen in Feuchtigkeit, Protein, Kornqualität, Reinheit oder anderen Spezifikationen unterscheiden.

Im Handel sind der „Name des Produkts“ und die „Spezifikation des Produkts“ daher nicht dasselbe.

Welche Eigenschaften für den Bedarf des Käufers wichtig sind, sollte von Anfang an festgelegt werden.

Auch die Vorgeschichte gehört zur Qualität

Die Qualität eines Produkts nur nach seinem Zustand bei der Übernahme zu beurteilen, kann unvollständig sein.

Wichtig ist auch, woher das Produkt kommt, wie es verarbeitet wurde, wie lange es gelagert und unter welchen Bedingungen es transportiert wurde.

Gerade bei Agrarprodukten spielen Lagerung und Logistik eine wichtige Rolle für den Erhalt der physikalischen Eigenschaften.

Eine gute Produktbewertung beginnt daher nicht nur damit, das Produkt anzusehen, sondern auch damit, seine Vorgeschichte zu kennen.

Wie wichtig ist das Analyseergebnis?

Analysen sind wichtig, um Eigenschaften sichtbar zu machen, die mit dem Auge nicht erkennbar oder durch eine rein physikalische Prüfung nicht bestimmbar sind.

Doch auch das Analyseergebnis zeigt allein nicht das Gesamtbild.

Wenn ein Produkt bei einem bestimmten Parameter gut abschneidet, heißt das nicht automatisch, dass auch die anderen Qualitätskriterien erfüllt sind.

Analyseergebnisse sollten daher zusammen mit Herkunft, physikalischem Zustand, Verwendungszweck und Kundenspezifikationen des Produkts bewertet werden.

Bei Bio-Produkten gibt es ein weiteres Kriterium

Bei Bio-Produkten kommt zur Qualitätsbewertung der Bio-Status des Produkts hinzu.

Ein Produkt kann physikalisch von hoher Qualität sein; das macht es jedoch nicht automatisch zu einem Bio-Produkt.

Im Bio-Handel müssen auch der betreffende Zertifizierungsumfang und die erforderlichen Dokumente des Produkts geprüft werden.

Bei Biosmyrna bewerten wir Produkte unter gemeinsamer Betrachtung von physikalischer Qualität, Analyseergebnissen, Herkunft, Bio-Status und den vom Kunden geforderten Eigenschaften.

Eine gute Produktbewertung beginnt mit den richtigen Fragen

Bei der Bewertung eines Agrarprodukts sollte man nicht nur fragen:

„Sieht es gut aus?“

sondern gemeinsam Fragen betrachten wie:

Woher kommt es?
Welche Eigenschaften hat es?
Was sagen die Analyseergebnisse?
Wie wurde es gelagert und transportiert?
Passt es zum Verwendungszweck?
Wenn es Bio ist: Was ist der Zertifizierungsumfang?

Denn die tatsächliche Qualität von Agrarprodukten ist nicht nur das, was man sieht, sondern der Wert, der sich zeigt, wenn man das Produkt als Ganzes betrachtet.