Analyseergebnisse sind wichtig, um den Nährwert des Rohstoffs oder Futters zu beurteilen, die Rezeptur richtig zu erstellen und zu prüfen, ob das Produkt die festgelegten Eigenschaften erfüllt.

Ein einzelner Analysewert zeigt nicht alle Eigenschaften des Futters. Bei der Bewertung müssen verschiedene Analyseergebnisse gemeinsam betrachtet werden.

Welche Werte werden in der Futtermittelanalyse untersucht?

Der Umfang der Analyse kann je nach Produktart, Verwendungszweck und benötigter Information variieren. Die am häufigsten bewerteten Grundparameter bei Futter und Futtermittelrohstoffen sind:

Feuchtigkeit

Die Feuchtigkeit gibt die im Produkt enthaltene Wassermenge an. Sie ist ein wichtiger Parameter für die Lagerbedingungen und die Haltbarkeit des Futtermittelrohstoffs.

Hohe Feuchtigkeit kann zusammen mit ungeeigneten Lagerbedingungen die Stabilität und den Lagerverlauf des Produkts beeinträchtigen. Deshalb ist es vor allem bei Rohstoffen, die eingelagert werden, wichtig, den Feuchtigkeitsgehalt zu kennen.

Rohprotein

Rohprotein ist einer der grundlegenden Analysewerte zur Bewertung eines Futtermittelrohstoffs oder Futters hinsichtlich seines Proteins.

Protein ist ein wichtiger Nährstoff für Wachstum, Geweberegeneration und Leistung der Tiere. Allein anhand des Rohproteingehalts sollte jedoch nicht über den gesamten Futterwert eines Rohstoffs oder Futters entschieden werden.

Auch die Beschaffenheit der Proteinquelle, ihre Aminosäurestruktur und das Verhältnis zu anderen Nährstoffen sollten bewertet werden.

Rohfett

Rohfett ist der Analysewert, mit dem der Fettanteil eines Produkts bestimmt wird.

Fett im Futter ist eine wichtige Energiequelle. Darüber hinaus kann es die physikalischen Eigenschaften des Produkts und die Energiedichte der Rezeptur beeinflussen.

Vor allem bei Futtermittelrohstoffen aus Ölsaaten ist der Rohfettgehalt einer der wichtigen Indikatoren zur Bewertung der Produkteigenschaften.

Rohfaser

Rohfaser ist einer der Grundparameter, die vor allem zur Bewertung pflanzlicher Futtermittelrohstoffe verwendet werden.

Der Fasergehalt ist wichtig für die Struktur des Rohstoffs, seine Verdauungseigenschaften und seine Einsatzmenge in der Ration. Der geeignete Fasergehalt ist nicht für alle Tierarten und Produktionsphasen gleich.

Der Fasergehalt eines Futtermittelrohstoffs sollte daher zusammen mit seinem Verwendungszweck bewertet werden.

Rohasche

Rohasche ist der Analysewert, der die nach dem Verbrennen der Probe verbleibende Menge an Mineralstoffen angibt.

Der Rohaschewert gibt einen allgemeinen Eindruck vom Mineralstoffgehalt des Produkts. Es ist jedoch zu beachten, dass die Aschemenge allein keine detaillierten Angaben zur Mineralstoffzusammensetzung liefert.

Bei Bedarf können bestimmte Mineralstoffe gesondert analysiert werden.

Warum sollten Analyseergebnisse gemeinsam bewertet werden?

Es ist nicht richtig, die Qualität eines Futtermittelrohstoffs über einen einzigen Parameter zu beurteilen.

So reicht es bei einem Rohstoff mit hohem Proteingehalt möglicherweise nicht, nur den Proteinanteil zu betrachten. Auch Feuchtigkeit, Fett, Rohfaser und Asche helfen, die allgemeinen Eigenschaften des Produkts zu verstehen.

Ebenso können sich zwei verschiedene Rohstoffe mit gleichem Proteingehalt in ihren physikalischen Eigenschaften, Energiewerten oder Verwendungszwecken unterscheiden.

Futtermittelanalysen dienen daher dazu, nicht nur eine Eigenschaft des Produkts, sondern möglichst sein Gesamtbild zu bewerten.

Wann werden Futtermittelanalysen durchgeführt?

Der Analysebedarf kann je nach Produkt und Verwendungszweck variieren. Analyseergebnisse können insbesondere beim Einkauf, bei der Annahme, bei der Lagerung oder beim Einsatz von Futtermittelrohstoffen in der Rezeptur genutzt werden.

Bei Mischfutter helfen Analysen zu beurteilen, ob das Produkt die in der Rezeptur angestrebten Eigenschaften erfüllt.

Für die richtige Interpretation ist auch wichtig, an welchem Datum, aus welcher Probe und mit welchem Verfahren die Ergebnisse gewonnen wurden.

Ist ein Analyseergebnis dasselbe wie Qualität?

Ein Analyseergebnis misst eine bestimmte Eigenschaft des Produkts. Die Qualitätsbewertung ist dagegen umfassender.

Bei der Bewertung eines Futtermittelrohstoffs können neben den Analyseergebnissen auch äußeres Erscheinungsbild, Homogenität, Geruch und Struktur, Lagerbedingungen, Herkunft und Verwendungszweck berücksichtigt werden.

Die Analyse ist also ein wichtiger Teil der Qualitätskontrolle, ersetzt aber allein nicht die gesamte Qualitätsbewertung.

Die Bedeutung von Analysen bei Bio-Futter

Auch bei Bio-Futter und Bio-Futtermittelrohstoffen ist die Bestimmung der grundlegenden Nährwerte wichtig. Daneben wird gesondert bewertet, ob das Produkt die Anforderungen der ökologischen Erzeugung und Beschaffung erfüllt.

Bei der Bewertung eines Bio-Futtermittelrohstoffs werden daher nicht nur Analyseergebnisse wie Protein, Fett, Rohfaser oder Feuchtigkeit betrachtet, sondern auch Herkunft, Erzeugungsweise und Konformität mit dem einschlägigen Bio-Recht.

Zusammenfassung

Die Futtermittelanalyse ist eines der grundlegenden Werkzeuge, um den Nährstoffgehalt und bestimmte physikalische oder chemische Eigenschaften von Futter und Futtermittelrohstoffen zu beurteilen.

Werte wie Feuchtigkeit, Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche sind häufig verwendete Grundparameter der Futtermittelanalyse. Kein einzelner Wert erklärt jedoch alle Eigenschaften eines Futters oder Rohstoffs.

Eine richtige Bewertung entsteht, wenn die Analyseergebnisse zusammen mit Herkunft, physikalischen Eigenschaften, Verwendungszweck und weiteren Qualitätskriterien des Produkts betrachtet werden.